Der Turm

Haiku

By 12. November 2019 No Comments

Wie die Haikus zu mir gekommen sind

Vor einiger zeit habe ich auf einer Geburtstagsfeier eine sehr nette Frau kennengelernt, die Haikus schreibt. eine Anzahl davon hat sie in einem kleinen Buch veröffentlicht. Diese kleinen Gedichte haben mich mit ihrer Prägnanz sehr fasziniert. Da gibt es kein überflüssiges Wort. Da ist alles gesagt, was gesagt werden möchte. Und dem Leser wird jede Freiheit gelassen, das Gesagte mit seinen eigenen Gefühlen und Gedanken zu füllen.

Das japanische Haiku

Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform. ein Haiku besteht aus 17 Silben, die in 3 Zeilen angeordnet sind. Die erste und die dritte haben 5 Silben, die mittlere 7. Das Schema: 5 – 7 – 5 wird in der Regel eingehalten. Ein Haiku ist konkret und gegenwartsbezogen. Oft hat es einen Bezug zu den Jahreszeiten. Gefühle und Emotionen werden nicht benannt. Der Text in seiner Konkretheit lädt zu eigenen Gedanken und Gefühlen ein.
Dann gibt es noch das Senyu. Das sind Haikus, die sich mit dem Persönlichen und Emotionalen beschäftigen.

Westliche Haikus

Längst haben die Haikus weit über Japan hinaus viele Freunde gefunden. Sowohl Leser als auch Autoren. Hier und heute gehen Haiku-Autoren neue Wege und verlassen auch mal das feste 5 – 7 – 5 Schema. Kürzlich gab es in meiner Nähe eine Ausstellung einer Künstlerin, die japanisch anmutende Natur-Bilder malt und zu jedem Bild ein Haiku verfasst hat. Dabei hat sie auch mal das feste Schema verlassen.
Mehr über Haikus gibt es bei Wikipedia.

Ein Beispiel

Hier mal ein Beispiel für ein Haiku, das ich nach klassischem Vorbild geschrieben habe:

Alter Ahornbaum
brennend im herbstlichen Laub,
zittert im Winter.

Vielleicht hast du auch Lust, ein Haiku zu schreiben. Du wirst sehen, dass es nicht ganz leicht ist,
ein Gedicht aus 17 Silben zu schreiben. Das Schema zwingt einen dazu, präsize das zu schreiben, was man wirklich sagen will. 

 

Haiku und Tarot

Der Besuch der Ausstellungen hat mich auf den Gedanken gebracht, Haikus zu Tarotkarten zu schreiben. Ich habe eine Karte aus den Großen Arkana gezogen und zwar die Hohepriesterin.

Zwischen schwarz und weiß
steigt sie auf aus der Mitte
in Sphären des Lichts.

Das ist mal so ein Vorschlag, wie man Haikus für Tarotkarten schreiben könnte. Probiers doch mal aus!

 

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