Ein Tarot-Kartendeck besteht aus 78 Karten. Davon zeigen im Tarot von Waite 4 Karten, die nach meiner Erfahrung besonders deutlich auf den Zustand einer Beziehung hinweisen.
Das sind die Kelche VI, die Münzen VI, die Münzen III und die Kelche II. Wenn diese Karten in einer Legung erscheinen, in der es um eine Beziehung zwischen zwei Menschen geht, zeigen sie an, wie die beiden Menschen zueinander stehen. Ist die Beziehung gleichberechtigt und auf Augenhöhe oder gibt es ein Ungleichgewicht zwischen den Beteiligten, das die Beziehung beeinträchtigt.Die Kelche VI zeigt 2 Personen, eine größere und eine kleinere. Die größere überreicht der kleineren einen blumengefüllten Kelch. Das sieht hübsch und angenehm aus. Die beschenkte Person könnte sich freuen. Aber wir sehen hier eine auf der Gefühlsebene unausgeglichene Beziehung zweier Menschen. Der eine gibt, der andere empfängt. Geber und Empfänger. Das ist ja ganz in Ordnung, wenn Geben und Empfangen wechseln. Hier haben sich Geben und Empfangen einseitig verfestigt. Ich denke, du wirst mir zustimmen, dass das auf Dauer keine gute Möglichkeit ist, eine Beziehung zu leben.
Ähnlich verhält es sich bei der Münzen VI. Bei beiden Karten gibt es Geber und Empfänger. Die Gewichtung der Münzen VI liegt vielleicht nicht in erster Linie auf der Ebene der Gefühle. Aber auch ist ein deutlich sichtbares Ungleichgewicht in der Beziehung zwischen den beteiligten Personen zu sehen.
Bei beiden Karten sollten sich die Beteiligten die Frage stellen:
Warum bin ich der Geber, bzw. der Empfänger in der Beziehung? Was habe ich davon? Welchen Vorteil bringt es mir?
Diese Karte spricht für sich. Sie zeigt uns zwei Menschen, die einander nichts mehr geben können.
Die Kelche II zeigt uns das Idealbild einer Beziehung. Sie begegnen sich auf Augenhöhe. Keiner steht in irgendeiner Weise über dem anderen. Sie reichen sich gegenseitig ihre Kelche. Geben und Empfangen sind völlig ausgeglichen. Das ist auch in der allerbesten Beziehung nicht ständig gegeben. Die Kelche II kann aber so etwas wie ein Leitbild sein, das uns immer wieder mahnt, sich ihm anzunähern.

