Der Begriff „Orakel“ ist aus dem lateinischen oraculum entlehnt. Es bezeichnete zunächst einen Ort, an dem Weissagungen der Götter empfangen wurden, aber auch den Spruch der Götter selbst. Das Wort oraculum, das wörtlich etwa Sprechstätte bedeutet, ist abgeleitet von dem Verb orare: Bitten, beten, (Link) reden, sprechen, eine Ritualformel wirksam hersagen, vor Gericht verhandeln (Quelle: Duden, Herkunftswörterbuch, 3. Aufl.).

Die Befragung der Orakel diente von alters her der Zukunftsvorhersage und der damit verbundenen Entscheidungshilfe. Dabei wurden und werden weltweit die unterschiedlichsten Methoden wirksam und stimmig (Link) eingesetzt. Einige bekannte Beispiele aus der Vielzahl der Möglichkeiten:

  • Die Römer lasen die Botschaft der Götter aus den Eingeweiden geschlachteter Opfertiere.
  • Mit dem Werfen der Runen blickten die Kelten und Germanen in die Zukunft. Die Runen des germanischen Futharks (Alphabets) werden heute noch immer als Orakel benutzt.
  • Beim chinesischen I-Ging werden die aussagekräftigen Symbole durch das Werfen von Schafgarbenstängel oder Münzen ermittelt.
  • Das im Orient geübte Lesen im Kaffeesatz.
  • Tarotkarten, in immer neuen Kartendecks bis heute hochaktuell.
  • Dem Tarot am nächsten: Das Kartenlegen mit Skatkarten.
  • Sogar Gummibärchen dienen als Orakel und man kann sie danach auch noch aufessen.

 Zusätzlich zur klassischen Funktion der Orakelbefragung, der Ermittlung von Zukunftsaussichten, nützen wir in heutiger Zeit Orakel zu Reflektion des eigenen Handelns, Denkens und Fühlens. Wir fragen etwa danach, was wir zum Gelingen unserer Vorhaben beitragen können, welche Haltung förderlich ist und womit wir unser Vorankommen ungewollt behindern. Oder wir beleuchten weniger Gelungenes daraufhin, was wir ein nächstes Mal besser machen können. Unsere persönliche Entwicklung und Weiterentwicklung im Zusammenhang mit dem Gelingen unseres Lebensentwurfs und der damit verbundenen Vorhaben und Ziele steht dabei im Vordergrund.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir mit unserem gegenwärtigen Handeln unsere Zukunft gestalten, lohnt es sich, die Orakel auf diese Weise zu befragen. Die Tarotkarten mit ihrer komplexen Bilderwelt sind hierfür besonders geeignet. Sie spiegeln unsere Seele.

Die Möglichkeit, Dinge als Orakel zu benutzen ist quasi unbegrenzt. So können Sie ungeahnt treffende Antworten erhalten, indem Sie ein Buch aus Ihrem Bücherschrank nehmen, das von Ihnen geschätzte Weisheiten enthält und es an einer beliebigen Stelle aufschlagen. Oder Sie sammeln eine ausreichende Zahl von Weisheitssprüchen, die Ihnen wichtig sind, schreiben sie auf Kärtchen und  haben so Ihr ganz persönliches Orakelspiel geschaffen. Auch Fotos oder Bilder aus Zeitschriften etc. können zum Orakel werden.

Entscheidend dabei ist es, dass Sie den Bildern, Weisheiten oder Gegenständen Bedeutung als Orakel zu verleihen und sie als Instrumente zum Erhalt von Antworten anerkennen.