Man könnte die Legung auch so nennen: Kopf – Herz – Synthese. Der Widerspruch zwischen Verstand und Gefühl ist zu unterscheiden von dem Hin- und Hergerissensein zwischen widerstreitenden Gefühlen. Das ist nicht das gleiche.
Hier soll ein Fall bearbeitet werden, wo der Verstand ganz klar eine bestimmte Vorgehensweise gebietet, während das Gefühl auch gute Argumente hat.
Es geht um folgendes: Eine sehr beschäftigte Frau, beruflich eingespannt, vielseitig interessiert und engagiert, d.h. völlig ausgelastet, möchte zu allem noch unbedingt eine Kampfsportart erlernen. Dazu hat sie große Lust und glaubt, dass es ihr gut tun würde.

Ihr Verstand sagt: Kannst du machen! Aber dafür musst du etwas anderes weglassen. Sonst wächst dir das alles über den Kopf. Stimmt sagt sie.
Ihr Gefühl sagt: Ich kann nichts weglassen. Mir ist alles so wichtig. Ich möchte den Kampfsport unbedingt außerdem noch lernen und werde das schon schaffen. Zunächst hat das Gefühl die Oberhand.

Gesagt getan. Es stellt sich heraus, dass der Kampfsport mehr Raum einnimmt als gedacht, wenn sie alles richtig lernen will. Das geht nicht mal so nebenbei. Also rackert sie sich ab. Statt dass ihr der Kampfsport gut tut, fühlt sie sich gehetzt und in noch größerer Zeitnot als zuvor.
Wir befragen die Karten:

Verstand – Gerechtigkeit
Es geht darum, dass die Bereiche des Lebens sich in einem Zustand der Ausgewogenheit befinden sollten. Man kann nicht nur voranstürmen, sondern muss sich auch mal anschauen, wie das Ganze aussieht. Ist alles am richtigen Platz und hat genügend Raum?
Wenn sie so weitermacht, wird sie ernten, was sie jetzt sät. Ständige Hetzerei ist ziemlich ungesund, so gesund Sport an sich auch sein mag.

Gefühl – Münzen X
Es tut mit so gut, ich fühle mich so wohl in meinem Körper. Es ist einfach richtig für mich.

 

 


Synthese
– Schwerter VII
Beide haben recht, sowohl der Verstand als auch das Gefühl. Leider kommen sie aber nicht zueinander.
Die Schwerter VII rät hier, mitzunehmen, was geht und hinter sich zu lassen, was nicht geht. Da muss sie sich entscheiden. In den beiden Schwertern, die zurückgelassen werden, erkennt sie ihren Kampfsport. Etwas anderes kannund soll  zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufgegeben werden.
Aber die Karte hat auch eine Verheißung bereit: Möglicherweise kann sie zu einem späteren Zeitunkt das Projekt wieder aufgreifen. Die grundsätzliche Instabilität der VII bietet immer wieder Gelegenheiten. Die jetzt sichtbaren Strukturen ihres Lebens werden sich irgendwann wieder verändern, sodass sie wieder neue Entscheidungen treffen kann. Vorläufig muss sie sich den vorhandenen Gegebenheiten anpassen.
Die Synthese lautet also: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!