Hier gebe ich 4 Beispiele für die Deutung der Hofkarten am Baum des Lebens. Die beschriebenen Karten sind nicht als Abfolge hintereinander zu verstehen. Ich habe aus jeder der 4 Welten in Verbindung mit je einem der 4 Elemente ein Beispiel herausgenommen:

Der König der Kelche

© Königsfurt Urania

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Hier kommen die Elemente Feuer und Wasser zusammen. Der König befindet sich auf Atziluth, der obersten der4 kabbalistischen Welten und somit auf der Ebene des Feuers. Die Kelche repräsentieren das Element Wasser. Das Feuer drückt sich durch Wasserkraft aus. Bilder hierfür sind z.B. das Wasser, das Turbinen zur Erzeugung von Strom antreibt, oder ein warmer Regen, der die Saaten zum Keimen bringt. Es handelt sich somit um sehr starke Kräfte.
Für die Deutung geht es beim König der Kelche um Gefühle, um Emotionen (Wasser). Auf der Ebene von Atziluth (Feuer) handelt es sich schon um starke, vielleicht drängende Gefühle. Dennoch bleibt der König in der Wahrnehmung und drückt seine Gefühle vorerst nicht aus. Weder geht er ins Handeln, noch spricht er darüber.
Diese Karte kann z.B. eine/n sehr impulsive/n Fragesteller/in, auffordern, erst einmal in sich zu gehen, sich zu beobachten, wahrzunehmen und über das weitere Vorgehen nachzudenken.
Oder der Kelch-König rät dazu, die starke Kraft der Gefühle zu fokussieren und sie nicht durch Reden und Agieren zu verschleudern.
Auch kann die Karte davor warnen, Gefühle zu verdrängen, sie wegzudiskutieren oder ihr Vorhandensein zu leugnen.

Die Königin der Schwerter

© Königsfurt Urania

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Bei der Schwert-Königin vereinen sich die Elemente Wasser und Luft. Sie befindet sich auf Briah, der zweitobersten der 4 kabbalistischen Welten und deshalb auf der Ebene des Wassers. Die Schwerter gehören dem Element Luft an.
Das Element Wasser äußert sich durch das Element Luft. Die Luft als bewegte, bewegende und damit ordnende Kraft gibt (symbolisch verstanden) dem frei fließenden Wasser Ziel und Richtung. Die Schwert-Königin ist deshalb auf ein Ziel ausgerichtet. Sie zieht aus dem, was der Schwert-König wahrgenommen und analysiert hat, ihre Schlussfolgerungen. Sie formuliert ihre Erkenntnisse sachlich und beurteilt Sachverhalte nüchtern. Als Luft-Königin teilt sie ihre Einsichten mit.
In einer Kartenlegung kann die Königin der Schwerter zu einer nüchternen Bestandsaufnahme oder Beurteilung einer Angelegenheit auffordern, wo bisher gefühlsgesteuerte Bewertungen im Vordergrund standen.
Es mag wichtig sein, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und sich nichts vorzumachen.
Im Zeichen der Schwert-Königin kann es geraten sein, Gefühl (Wasser) und Verstand (Luft) harmonisch miteinander verbinden und zu erkennen, dass sie sich nicht gegenseitig ausschließen.

Der Ritter der Münzen

© Königsfurt Urania

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Der Ritter der Münzen bringt die Elemente Luft und Erde zusammen. Der Ritter repräsentiert die zweitunterste der 4 kabbalistischen Welten, die Luft-Ebene von Jetzirah. Die Münzen stehen für das Element Erde.
Wie die anderen Ritter vertritt auch der Ritter der Münzen die Ebene der Formung und Bewegung. Jedoch hat durch die Einwirkung der bewegenden Luft ein Prozess stattgefunden, der im statischen Element Erde seinen Abschluss gefunden hat. Das Pferd des Ritters steht still, weil alles getan ist, was zu tun war. Jetzt kommt eine Zeit des Reifens, die keine Aktivität erfordert. Das ist kein Stillstand, sondern nur ein vorläufiger Zustand. Zu einem späteren Zeitpunkt mag Bewegung wieder das Mittel der Wahl sein.
Bei einer Kartenlegung kann der Ritter dazu raten, eine Angelegenheit erst einmal ruhen zu lassen und sich den weiteren Fortgang ohne Eingreifen anzuschauen.
Er mahnt stürmische Aktivisten zu mehr Geduld, damit die Dinge Zeit zum Reifen haben. Das stillstehende Pferd lässt uns in jedem Fall innehalten.
Reifungsprozess fordern uns Vertrauen in die waltenden Kräfte ab, wenn wir ansonsten gern die Kontrolle haben.

Der Bube der Stäbe

© Königsfurt Urania

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Der Bube der Stäbe bringt die Elemente Erde und Feuer zusammen. Der Bube steht auf Assiah, der untersten der 4 kabbalistischen Welten und repräsentiert somit das Element Erde.
Mit dem Buben sind wir auf der Ebene der Konkretisierung und der Verdinglichung angelangt. Der Entwicklungsprozess von der Idee bis hin zur sichtbaren Gestalt hat hier sein Ende gefunden. Das Feuer ist abgebrannt und als Glut zur Ruhe gekommen. Es verlöscht jedoch nicht, sondern wird von der Erde bedeckt und geschützt, damit es zu gegebener Zeit wieder neu entfacht werden kann.
Erscheint der Bube der Stäbe, kann es je nach Fragestellung angezeigt sein, sein Feuer einmal ruhen zu lassen und sich eine Pause zu gönnen.
Oder der Bube fordert dazu auf, ein erloschen geglaubtes Potential wieder zum Leben zu erwecken.
Auch kann der Bube in schwierigen Situationen auf unsere Feuerkraft hinweisen und uns unsere aktiven Lebenskräfte ins Bewusstsein bringen.