An dieser Stelle gebe ich für jedes Symbol der Zahlenkarten ein Beispiel, wie die Karte in ihrer Position am Baum des Lebens gedeutet werden kann. Dabei geht es darum, die Qualität der Sephira mit den Eigenschaften des Elements, das durch Stab, Kelch, Schwert oder Münze symbolisiert wird, zu verbinden.

Stäbe II                         

© Königsfurt Urania

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Hier verbindet sich das Element Feuer, symbolisiert durch die Stäbe, mit der Sephira Chockmah, deren Grundmerkmal die gerichtete Kraft ist.
Das lodernde Feuer erhält durch die Richtkraft von Chockmah eine Ausrichtung. Das Feuer wird in Richtung eines bestimmtes Zieles oder Zweckes gelenkt. Als 2. Sephira am Baum des Lebens ist Chockmah einer hohen Ebene zugehörig. Deshalb haben hier übergeordnete Ziele Vorrang vor Eigeninteresse. Es ist daher bedeutsam, ob sich eine Angelegenheit in Übereinstimmung mit der göttlichen Schöpfungsordnung befindet.
Aus den Kräften Feuer und Chockmah formt sich ein starker ausgerichteter Wille, der seine Ziele mit einer natürlichen Autorität verfolgt.
P. Smith und A. Waite haben dafür eine Darstellung gewählt, in der eine Person mit einer Weltkugel in der Hand von einer hochgelegenen Burg aus in die Welt unter ihr schaut. Sie schaut sozusagen von Chockmah nach Malkuth hinunter.
Bei Legungen kann die Karte eine/n Ratsuchende/n auffordern, seine Willenskraft einzusetzen und sie mit Vertrauen in die angestrebten Ziele zu verfolgen. Möglicherweise muss ein Ziel hinsichtlich seiner Integrität überprüft und neu justiert werden.
Im Rahmen einer Legung kann die Karte auch einmal darauf hinweisen, dass man sich in einer zu abgehobenen Position befindet und von seinem Podest herunterkommen sollte.

Kelche V

© Königsfurt Urania

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Bei dieser Karte ergibt sich eine Verbindung des durch die Kelche symbolisierten Elements Wasser mit der Sephira Geburah. Sie gibt und erhält die erforderlichen Formen und korrigiert, was aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die expansive Kraft von Geburah und der unaufhörliche Fluss des Wassers sind beides vorwärtsgerichtet Kräfte, die sich endlos verströmen könnten, wäre da nicht die korrigierende Qualität von Geburah und der Formgebende Einfluss von Binah. So kommt es zum einem ruhigen reinigenden Fließen. Unter dem Einfluss von Geburah wird alles Überflüssige, Überlebte vom Fluss des Wassers abgewaschen, und weggeschwemmt, damit Platz für Neues geschaffen wird. Hier zeigt sich die reinigende Kraft der Trauer, des Abschieds und Loslassens. Von Chesed her kann dann neue Freude herüberfließen.
Das Kartenbild zeigt eine Person, die um Verlorenes trauert. Hoffnung geben nur die aufrecht stehenden Kelche und die Brücke über den Fluss.
Eine wesentliche Botschaft der Karte ist es, Trauer zuzulassen in dem Wissen, dass Verluste ein Teil des Lebens sind und dass neue Türen sich öffnen. Manchmal fordert die Karte dazu auf, sich von etwas zu verabschieden, um den  Weg erleichtert und befreit weitergehen zu können.
Manchmal geht es bei der Karte Kelche V darum, den Sinn hinter den Erscheinungen von Verlust und Trauer zu suchen.

Schwerter VII

© Königsfurt Urania

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Das Element Luft, symbolisiert durch die Schwerter, verbindet sich hier mit der Sephira Nezach, die sich durch die Merkmale Instabilität und Kreativität auszeichnet.
Nezach und Luft sind beide sehr bewegte Kräfte. Die starke und unkontrollierte Ausbreitung der Nezach-Energie verbindet sich mit der Beweglichkeit des Luft-Elements zu einem kräftigen Strömen. Luft bewegt sich jedoch nicht ziellos, sondern strebt die Schaffung oder Veränderung von Ordnungen an. Gegenüber Nezach ist das ordnende Prinzip der Luft zu schwach, um dauerhafte Strukturen hervorzubringen. Es kommt also zu ständigen Veränderungen, die immer wieder ein das Einpassen in wechselnde Umstände, Reaktionsfähigkeit und flexibles Handeln erfordern. Vergänglichkeit wird hier evident.
Waite und Smith haben die Schwerter VII auf eine Weise dargestellt, durch das sich die Verbindung von Element und Sephirah  nicht unmittelbar erschließt. Die Person vermittelt den Eindruck, als stehle sie sich mit Diebesgut davon. So wird diese Karte meist gedeutet und auch bei kabbalistisch orientierter Deutung sollte man diesen Aspekt (in übertragenem Sinne) nicht aus dem Auge verlieren. Vielleicht ist aber auch jemand dargestellt, der auf eine Veränderung seiner Situation schnell und flexibel reagiert und seine Ressourcen in Sicherheit bringt.
Auch die kleinen Arkana geben viel Stoff zum erforschen und nachdenken.
Die Karte kann bei Projekten Instabilität anzeigen. In diesem Fall gilt es, durch flexible Reaktion Gelegenheiten gut zu nutzen. Auf Dauer sollte man dem diagonal einwirkenden Einfluss von Binah Raum geben und festeren Boden anstreben.
Der Anmutung des Bildes folgend kann die Karte aufzeigen, dass man im Begriff ist, sich davonzumachen, wo man besser hinschauen und standhalten sollte.

Münzen X

 

© Königsfurt Urania

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Diese Karte verbindet das Element Erde, symbolisiert durch die Münzen, mit der Sephira Malkuth. Malkuth ist die Erde, auf der wir leben. Auf Malkuth verdinglichen sich alle Kräfte des Lebensbaumes. Malkuth ist somit dem Element Erde sehr verwandt. Das von Jesod herunterfließende Leben nimmt hier Gestalt an. Für sich genommen hat Malkuth die Tendenz zu Verfestigung, doch die Fruchtbarkeit des Elements Erde lässt die Früchte reifen. Es ist Erntezeit. Die Früchte werden eingelagert und sichern das Auskommen über den Winter. Das bedeutet Wohl-Stand. Alles stimmt und alles Nötige ist vorhanden. Auf Malkuth stehen wir auf festem Grund, der uns Halt gibt und in dem wir uns verwurzeln können.
Das Kartenbild zeigt das alles. Wir sehen Menschen (Familie), Tiere, Pflanzen, Gebäude. Über all dem sind die 10 Münzen in der Form des Lebensbaumes angeordnet. Wir sehen Ganzheit und Lebensfülle.
Wenn die Münzen X erscheint, ist die jeweilige (seelische, geistige und materielle) Situation wohlgeordnet und stimmig.
Manchmal erinnert uns die Karte daran, dass wir alles haben, was wir brauchen, auch wenn wir das im Augenblick nicht sehen können.
Sie kann Ratsuchende auch auffordern, ihre Angelegenheit im Sinne der Münzen X zu ordnen.