Wie im letzten Beitrag beschrieben, sehen wir die Herrscherin als „Mutter Natur“. Der Herrscher kann demgegenüber „Vater Staat“ genannt werden. Das ist sicher ein aus der Mode gekommener Begriff, macht aber die zunächst gegensätzlichen, dann aber doch sich ergänzenden Aufgaben von Herrscherin und Herrscher deutlich. Der Herrscher ist zuständig für die Zivilisation, also für die von Menschen gemachten Strukturen. Er sorgt für die den Strukturen und Abläufen innewohnende Ordnung, ohne die ein dauerhafter Bestand nicht möglich ist. Auch regelt er das menschliche Miteinander. Ohne Regeln kann eine kleine oder große Organisation, ein Gemeinwesen nicht funktionieren und fortbestehen.
Sein Schatten ist die Verhärtung, Verfestigung, die manglende Flexibilität. Denn jede Ordnung sollte so flexibel sein, dass sie Veränderung und Weiterentwicklung zulässt.
Insofern sollten Herrscherin und Herrscher gut zusammenarbeiten. Der Herrscher kann dann interessiert zuschauen, wie die Dinge sich entwickeln, ohne gleich ordnend einzugreifen. Die Herrscherin sieht, wann es Zeit ist, den Fluss der Dinge zu auch einmal zu lenken und zu ordnen.
Herrscherin und Herrscher können nicht ohne einander. Beide Prinzipien ergänzen sich und bringen die Welt nur gemeinsam weiter.

