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Die Königstochter ist also dem Frosch davon gelaufen – glaubt sie – und hat sich ins Schloss geflüchtet. Dort wähnt sie sich geschützt und sicher. Aber wie das so ist mit unseren Themen, man kann ihnen nicht davonlaufen. Sie spüren uns auf, klopfen an und verlangen eingelassen und beachtet zu werden.
Der Vater
Hier kommt nun der Vater ins Spiel. Er verlangt von ihr, für ihr Handeln die Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen zu tragen. Sie hat Versprechungen abgegeben und will sie nicht einhalten. Der Vater könnte eine innere Stimme der Königstocher sein, die sie bis jetzt noch nie wahrgenommen hat. Vielleicht so etwas wie ihr Über-Ich. Es ist die Instanz, die weiß, das es so nicht weitergehen kann mit ihr, dass sie endlich anfangen muss, erwachsen zu werden. Und so zwingt er sie, sich mit ihrem Thema auseinanderzusetzen.
Sie muss den Frosch also einlassen. Und der fordert jedes einzelne Versprechen hartnäckig ein, nämlich einen festen Platz in ihrem Leben zu bekommen und mehr noch, wertgeschätzt und lieb gehabt zu werden. Ihr ganz nahe zu sein. Näher als mit ihr im Bettchen zu schlafen, gehts ja nicht.
Das ist ja ein Riesendilemma! Sie soll den Frosch, den sie so supereklig findet, liebhaben und mit in ihr Bettchen nehmen. Die innere Vater-Stimme ist unerbittlich. Der Vater droht ihr damit, dass sie sonst bei ihm in Ungnade fallen wird.
Nun hat die Königstochter die Wahl: Sie kann tun, was der Vater verlangt, dann muss über ihren Schatten springen und den ekligen Frosch an ihr Herz drücken. Unmöglich! Oder sie weigert sich, dann fällt sie beim Vater in Ungnade. Daraus erfolgt kein lebenswertes Leben. Das geht also auch nicht.
In beiden Fällen erwarten sie erhebliche Nachteile. Was tun?

